One Belt – One Road: Licht und Schatten eines Mega-Projekts

Prof. Dr. Michael Schüller , 08.09.2016

Die Initiative der chinesischen Regierung zur Vernetzung des asiatischen Wirtschaftsraums mit Europa und mit afrikanischen Staaten in Form einer Wiederbelebung der historischen Seidenstraße birgt enorme ökonomische Wachstumschancen. Ein wichtiger Eckpfeiler wird die Logistikbranche darstellen, die länderübergreifende Transportsysteme zur Verfügung stellen und demzufolge von der neuen Seidenstraße profitieren wird.

Die Beweggründe zur Seidenstraßeninitiative sind offensichtlich. Die chinesische Industrie hat in den vergangenen Jahren enorme Überkapazitäten aufgebaut. Unter anderem war dies dem Wettbewerb zwischen den chinesischen Provinzen geschuldet. Die neue Seidenstraße dient also zunächst der Auslastung der chinesischen Wirtschaft und sichert chinesische Arbeitsplätze. Ebenso dient sie der Sicherung wichtiger Rohstoffe, wie Öl, Gas, Uran, Kupfer und Gold. Auch ist davon auszugehen, dass die chinesische Währung internationalisiert werden soll. Die Weltwirtschaft wird nach wie vor vom US-Dollar und dem Euro und nicht vom Yuan dominiert.

Vor diesem Hintergrund sind die zunehmenden Aktivitäten der chinesischen Wirtschaft in Europa nicht verwunderlich. Hervorzuheben ist vor allem das Engagement im Hafen von Piräus, der aus chinesischer Sicht als „Tor zu Europa“ gesehen wird und demzufolge zum größten Hafen Europas ausgebaut werden soll.

Neben den offensichtlichen Chancen sollten allerdings mögliche Hürden nicht übersehen werden. Das gigantische, auf Jahrzehnte ausgelegte Projekt bedarf eines enormen interkulturellen Managements. China betont immer wieder die dezentrale Vorgehensweise, so dass „One Belt – One Road“ nicht zentral durch Peking gesteuert, sondern sich aus zahlreichen Einzelprojekten zusammensetzen soll. Doch auch diese müssen in Form eines übergreifenden Masterplans aufeinander abgestimmt werden. Gleichzeitig sind lokale Interessen zu wahren. Es gab bereits Widerstände der Bevölkerungen in Kasachstan, Kirgisistan sowie Myanmar. Fraglich bleibt die zukünftige Rolle Pekings in diesem gigantischen Vorhaben.

Prof. Dr. Michael Schüller, Inhaber des Lehrstuhls für Management und Supply Chain Management an der Hochschule Osnabrück, wird auf der vierten Internationalen Fachkonferenz „EXCHAiNGE – The Supply Chainers’ Conference“, die am 6. und 7. Oktober in Frankfurt am Main stattfindet, in der Podiumsdiskussion „Die neue Seidenstraße – Wie ändert das Projekt ‚One Belt, One Road‘ die globalen Supply Chains?“ mitwirken. Moderator Thilo Jörgl, Chefredakteur des Fachmagazins LOGISTIK HEUTE, zeigt mit renommierten Vertretern Wissenschaftlern, Logistikdienstleistern und Industrievertretern aus China, Hongkong und Deutschland auf, wie sich das Projekt entwickelt und was die Ziele und Herausforderungen sind.

Als Mitstreiter bei „Die neue Seidenstraße – Wie ändert das Projekt ‚One Belt, One Road‘ die globalen Supply Chains?“ sind angekündigt:

- Javier Contijoch (Director, BYD Forklift Europe)
- Norbert Dierks (Koordination transsibirische Eisenbahn, BMW Group)
- Oliver Kaut (Vice President Marketing & Sales Deutschland, DHL Global Forwarding GmbH)
- Willy Lin (Member of the Hong Kong Logistics Development Council, Managing Director of Milo’s Knitwear (International) Ltd and Milo’s Manufacturing Co Ltd)
- Lars Nennhaus (Vice President Port Development and Terminal Management, Duisburger Hafen AG)
- Prof. Dr. Michael Schüller, Inhaber des Lehrstuhls für Management und Supply Chain Management, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Hochschule Osnabrück)

Google+ aktivieren
Twitter aktivieren
 
 

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar zu dieser Seite

Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten

4121 + 4

               Supply Chain Management | Finanzen | Logistik | Einkauf

       Entscheidungsträger aus Start-up, Mittelstand und der Konzernwelt

Google+ aktivieren